Sanierung Hochschule Heilbronn Bauteil D

Das Bauteil D als Labor- und Vorlesungsgebäude der Hochschule Heilbronn am Standort Sontheim aus dem Jahr 1965, wurde in zwei aufeinanderfolgenden Bauphasen bei laufendem Betrieb umfassend saniert. Im Zuge dessen wurde ein aktualisiertes Raumkonzept umgesetzt. Ziel war es, die verschiedenen Nutzungen unter Berücksichtigung der vielfältigen Anforderungen neu zu organisiert. Ergänzt wurde der Ost-West ausgerichtete Gebäudeflügel durch einen Technikaufbau auf der Dachfläche.
Die markante Kammstruktur des Gebäudes besteht im Wesentlichen aus einem dreigeschossigen Labortrakt im Norden, der sich über die gesamte Gebäudelänge von ca. 80 m erstreckt. Daran angrenzend befinden sich vier Finger mit Büronutzungen sowie Hörsälen und Werkstätten im Untergeschoss. Im Rahmen der Neugestaltung der Außenanlagen wurde die Aufenthaltsqualität in den vorhandenen Innenhöfen durch neu geschaffene Vegetations- und Loungebereiche deutlich erhöht. Auf der Südseite des Gebäudes konnte durch einen Geländeabtrag die innenräumliche Qualität des bisherigen Untergeschosses erheblich verbessert werden.
Die wesentliche Nutzung des Seminar- und Laborgebäudes bleibt in ihrer bisherigen Funktion und Erscheinung weitestgehend erhalten. Bei der Fassadensanierung wurden ursprüngliche Elemente wie erdfarbener Klinker und großformatige Betonelemente aufgegriffen und durch moderne, technisch optimierte und hochgedämmte Äquivalente ersetzt.
Die raumhohen Aluminium-Fensterbänder mit eloxierten Brüstungspaneelen sowie eichenfurnierte Innentüren folgen ebenfalls dem Konzept der Neuinterpretation vorhandener Bauteile. Ein besonderer Fokus lag auf den für Lehre und Forschung zentralen Laborbereichen. Die Fachbereiche Nasschemie, Optik, Akustik, Kunststofftechnik sowie Elektrotechnik / Mechatronik wurden modernisiert und an heutige Anforderungen angepasst.
Aufgrund der speziellen Raumnutzung wurde die lichte Raumhöhe maximiert und ein System aus geordneten Sichtinstallationen unterhalb der Akustikdecken integriert.
Zu den prägenden gestalterischen Eingriffen zählt die Neukonzeption des großen Physik-Hörsaals einschließlich des ansteigenden Gestühls und Integration modernster Medientechnik. Die Gestaltung des neuen Hörsaals ist durch weiße akustisch wirksame Innenwandbekleidungen und perforierte Akustik-Baffeln im Deckenbereich in Kombination mit dem Eichenholz der Bestuhlungselemente und dem Parkettbodenbelag geprägt.
Wichtig war der Hochschule der neu geschaffene studentische Arbeitsbereich, mit hellen, offenen und flexibel nutzbaren Zonen sowie separaten Besprechungsräumen. Die Verwendung von hellen Brettschichtholz-Akustikdecken sowie lamellenförmigen Stützen- und Wandverkleidungen mit runden Formstücken sorgt für eine angenehme Atmosphäre. Für das gemeinsame Arbeiten in kleinen Gruppen wurden spezielle Tischlermöbel mit akustisch wirksamen Oberflächen entwickelt. Unifarbene Linoleumbeläge in Kombination mit strukturierten Teppichbelägen erhöhen die Aufenthaltsqualität und laden zum Verweilen ein.
Der offene Eindruck wird durch die Verwendung von Glas-Aluminium-Elementen in Structural-Glazing-Bauweise und einer mobilen Trennwand unterstützt.
Die Erschließung wird in Hinblick auf Barrierefreiheit und Rettungswegesituation durch den Einbau eines neuen zentral gelegenen Aufzugs und Erweiterung der Haupttreppenräume in das Untergeschoss ergänzt.
Im Zuge der Umbauarbeiten erfolgte zudem eine umfangreiche Schadstoff-, Brandschutz- und energetische Sanierung unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten.
Alle vorhandenen Flachdächer wurden begrünt und mit Photovoltaikmodulen ausgestattet. Die neu errichtete Technikzentrale als Stahl-Skelettkonstruktion wirkt durch ihre lichtdurchlässige Polycarbonatfassade und die gewählte Dachform als „Flügel“ nahezu schwebend über dem Hauptbaukörper und ist von unten kaum wahrnehmbar.

Bauherr

Vermögen und Bau, Amt Heilbronn

Projektdaten

2018 Planungsbeginn
2020 Baubeginn BA 1
2022 Baubeginn BA 2
2022 Fertigstellung BA 1
2024 Fertigstellung BA 2

Mitarbeiter

Robert Walker, Robert Weber, Meike Hansen, Lulu Yu, Benedikt Köster, Marcus Bissinger

Fotograf

Dietmar Strauß